Wichtiger Hinweis für alle Bienen-, Insekten- & Naturfreunde

Liebe Bienen-, Insekten- & Naturfreunde,
kaum grünt und sprießt es draußen, entdecken wir im Internet wieder zahlreiche Fragen zum Thema Hilfe für Wild- und Honigbienen.
Leider lesen wir seit letztem Jahr vermehrt den Hinweis, man solle Bienen mit Zuckerwasser oder Honig füttern.


Hier nochmal ganz klar von uns der Hinweis:


BITTE NIEMALS OFFEN MIT ZUCKERWASSER ODER HONIG FÜTTERN!

 

Die Erklärung kommt natürlich auch gleich .
Aber erstmal unsere Anliegen: Bitte kopiert diesen Beitrag fleißig, oder verfasst auch gerne einen eigenen, damit diese (sicher wohlgmeinte, aber leider absolut kontraproduktive und sogar schädliche) Unsitte nicht weiter empfohlen wird!
Vielen, vielen Dank !

 

Und jetzt genug der Ausrufezeichen und zur Erkärung.
Es gibt drei wichtige Gründe:

 

1: Das offene Füttern ("offen" meint frei zugänglich) löst bei Honigbienen die sogenannte Räuberei aus. Einmal auf den Geschmack des Honigs oder Zuckerwassers gekommen, fangen die Bienen an, überall danach "rumzuschnüffeln". Schwächere Bienenvölker haben gegen ein starkes, räuberndes Volk keine Chance und sind in kürzester Zeit komplett ausgeraubt. Dabei lassen nicht nur viele Bienen ihr Leben, das ausgeräuberte Volk verhungert innerhalb kürzester Zeit.

 

2: Fremden Honig zu füttern ist noch dramatischer, dieser kann Sporen der Amerikanischen Faulbrut beinhalten und eine Seuche auslösen, die zahllosen Bienenvölker das Leben kosten kann.
Besonders Honige aus nicht- EG-Ländern sind häufig recht hoch mit den Sporen der Amerikanischen Faulbrut befallen.
Die meisten Supermarkthonige sind eine Mischung aus EG- und nicht- EG-Ländern.

 

3: Der dritte und letzte Punkt betrifft "nur" die Imker und ihre Kunden:
Die Bienen tragen Zuckerwasser natürlich in den Stock und lagern es dort wie normalen Nektar ein. Der Imker ernten dann, ohne es zu merken, Honig, der mit Zucker gestreckt ist. Und das will weder der Imker, noch der Kunde und kann für den Imker Existensbedrohend sein, wenn ihm Betrug unterstellt wird.

 

Eine typische Frage, die uns dazu immer mal wieder erreicht: Viele machen die Beobachtung, dass sich die Bienen scheinbar vollkommen verhungert auf das Zuckerwasser oder den Honig stürzen.
Das hat rein gar nichts mit Hunger zu tun - Honigbienen sammeln immer äußerst eifrig, bis ihr Stock von Oberkannte bis Unterlippe voll ist, quasi die letzte Zelle wird noch vollgestopf. Sie haben kein "Sättigungsgefühl" oder den Gedanken, dass es doch mal reichen könnte für den Winter.

 

Das Argument, man wolle nicht den Honigbienen, sondern den viel mehr bedrohten Wildbienen helfen, gilt in diesem Fall auch nicht: Diese fühlen sich zum großen Teil weder von Honig, noch von Zuckerwasser angezogen.
Nur weil "Biene" drin steckt, heißt das nämlich nicht, dass sie auch Honig produzieren .

 

WAS KANN MAN DENN TUN UM ZU HELFEN?

Ganz einfach: Einen Insektenfreundlichen Garten oder Balkon anlegen.
Zuerst kann man natürlich mit Pflanzen arbeiten.

 

Jetzt im auslaufendem Winter/ beginnendem Frühjahr wäre das z.B.: Krokus, Salweide, Christrose, Hasel, Schneeheide.
Im Frühjahr Obstgehölze.
Im Sommer beispielsweise blühende Küchenkräuter (bitte auch blühen lassen, auch wenn es etwas vom Aroma nimmt!), Minzen, Klee, Fette Henne.
Im Herbst gibt es auch noch blühende Kräuter, oder aber Efeu, Dahlien usw.
Dazu gibt es zahlreiche Tipps und Tricks im Internet und endlos viel Literatur.

 

Zusätzlich für unsere gefährdeten Wildbienen kann man mit Nisthilfen viel erreichen. Wer einen Garten hat, kann einen kleinen Teil einfach sich selbst überlassen. Vieles, was wir als Unkräuter empfinden, so z.B. die Brennessel, ist für einige Insekten überlebenswichtig.

Herzlichen Dank an alle, die bis hier unten gelesen haben und wir würden uns sehr freuen, wenn ihr diesen Beitrag fleißig weiter verbreitet, kopieren ausdrücklich erlaubt!